Facebook hat anfangs Februar klammheimlich die Nutzungsbedingungen geändert. Die User beklagen das «Ende der Privatsphäre».

Blindes Vertrauen: 175 Millionen User teilen ihr Privatleben mit Facebook-Gründer Mark Zuckerberg.
Ohne die Mitglieder zu informieren, haben die Betreiber der Online-Community Facebook am 4. Februar stillschweigend die AGBs angepasst. Und die Änderungen haben es in sich: Neu ist es Facebook gestattet, sämtliche veröffentlichten Informationen auch nach der Löschung eines Profils zu verwenden. Ob Adressen, Fotos, Videos oder Texte, was Sie auch immer auf Ihr Facebook-Profil hochgeladen haben, den Betreibern gehören sämtliche Rechte an den Daten und sie können auch dann noch darüber frei verfügen, wenn Sie sich schon lange von der Social-Community verabschiedet haben.
So sichert sich Facebook «eine unwiderrufliche, unbefristete, nicht-exklusive, übertragbare, vollständig bezahlte, weltweit gültige Lizenz», die es Facebook gestattet, die geposteten Daten zu «benutzen, kopieren, veröffentlichen, streamen, speichern, zurückbehalten, öffentlich aufführen oder darstellen, übertragen, scannen, formatieren, verändern, bearbeiten, übersetzen, auszugsweise veröffentlichen, anpassen, in derivativen Produkten verarbeiten und über verschiedene Wege zu verteilen».
Ausverkauf der Daten?
Und der verfügbare Datenkuchen ist immens. Laut den neusten Zahlen sind bei Facebook mittlerweile 175 Millionen Profile aufgeschaltet. Darüber, wie Facebook künftig Geld verdienen will, wird immer wieder spekuliert. Die britische Zeitung «Telegraph» vermeldete vor zwei Wochen, dass die gehorteten Daten gegen eine Gebühr an interessierte Unternehmen verkauft werden sollen. Eine weitere Möglichkeit wäre die Einführung eines Zweiklassensystems. Die User hätten die Wahl zwischen einem eingeschränkten Gratis-Account und einem kostenpflichtigen Premium-Account, mit welchem das gesamte Angebot zugänglich wäre. Facebook hat in der Vergangenheit sämtliche Spekulationen stets zurückgewiesen.
Zuckerberg nimmt Stellung
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat inzwischen reagiert und versucht auf seinem Blog aufkommende Zweifel zum Thema Datensicherheit gleich im Keim zu ersticken: «Wir machen das nicht, um von Ihnen zu profitieren. Es geht darum, uns rechtlich zu schützen, wenn wir es Ihnen ermöglichen, Inhalte mit anderen Nutzern und Diensten zu teilen.» Mit der Facebook-Gruppe «Meine Daten gehören mir» protestieren die User gegen die heimliche Änderung der AGBs.
Quelle: 20min.ch